Prolon-Scheinfasten: Test und Erfahrung zur 5-Tage-Kur

Fasten aber dennoch weiter essen können. Das verspricht das sogenannte Prolon-Programm. Wir ernähren uns in dieser Challenge fünf Tage lang von dem, was uns die zugeschickte Box bietet. Darunter Tütensuppen, Nussriegel und Oliven – alles nach wissenschaftlichen Erkenntnissen optimal zusammengestellt. Ziel: Das Leben einfach mal verlängern. Wie wir uns dabei fühlen und welche Erfahrungen wir mit dem Scheinfasten von Prolon machen, erfährst du in diesem Test.

Erwartungen an das Prolon-Fasten

Tina und ich kennen uns schon seit der Schulzeit und Challenges wie einen Monat vegan leben oder Stoffwechselumstellungsdiäten sind uns nicht neu. Nachdem ich gute Erfahrungen mit Buchinger-Fasten hatte, war ich vom Thema Kalorienreduktion und den positiven Auswirkungen davon angefixt. Die Vorstellung, alleine durch die richtige Ernährung und auch den teilweisen Verzicht auf Nahrung Krankheiten verhindern und sogar heilen zu können, finde ich revolutionär. Als ich mehr über das Scheinfasten las, war klar: Tina und ich müssen das ausprobieren. 

Tina, Fotografin im Raum München mit zwei Kindern, hat noch keine Fastenerfahrung. Ihre nicht ganz ernsthaft gemeinten Erwartungen an das Prolon-Scheinfasten: “Ich will hinterher erholt, dünn, schön und zehn Jahre jünger aussehen.“

Für mich, Vater von zwei Kindern, Kommunikationswissenschafter und Foodblogger sind die Unterschiede zum Buchinger-Fasten spannend: Lässt sich, ohne im Vorfeld abzuführen, ohne gewöhnungsbedürftige Einläufe und mit regelmäßigen Mahlzeiten, ein ähnlicher Effekt wie beim traditionellen Fasten erreichen? 

Bedenken vor dem Scheinfasten

Bei aller Vorfreude auf die nächsten fünf Tage schauen wir auch etwas skeptisch auf das, was alles passieren könnte. Tina hat zwar keine Zweifel, aber: “Hab ein bissl Angst vor Hunger, aber soll ja wohl nicht so sein. Ansonsten sitze ich die 5 Tage auf einer A…backe ab. Die letzte Diät war hart. 42 Tage quasi nüscht essen und dann noch mal 21 Tage langsam aufbauen. Mich kann nix mehr schocken, glaub ich.” Meine größte Sorge hingegen ist, dass mir das „Tüten-Fertigessen“ nicht schmeckt. Normalerweise gebe ich frischer Kost den Vorzug.

Erster Eindruck vom Prolon-Fasten

Die Boxen treffen innerhalb sehr kurzer Zeit bei uns beiden ein. Ich habe die traditionelle Variante bestellt. Tina bekommt die etwas coolere mit anderen Suppen und Eintöpfen – klar als fancy Fotografin muss das so sein. Und sie reagiert prompt mit einem ersten Eindruck: “Wow, könnte auch ein iPhone drin sein. Cleane Verpackung. Sieht gut aus. Das ist das Lifestyle-Produkt für die Faster unter uns.” Stimmt, alles ist hochwertig verarbeitet und sieht ganz anders aus, als ich mir Verzicht für fünf Tage vorgestellt habe. Irgendwie fühlt sich das Paket wie das Gegenteil von Ökoprodukten und Buchinger an – im positiven Sinne wohlgemerkt.

Die Verpackung der Prolon-Kur ist sehr edel | Foto: Martina Gadiot

“Und dank der idiotensicheren Nummerierung der Pakete für die jeweiligen Tage hatte ich auch keine Fragen.” Ich habe aber eine: was macht diese Trink-Flasche in der Box?

Der Inhalt des jeweiligen Tages ist in einer nummerierten Box verstaut | Foto: Martina Gadiot

Lieferumfang und Ablauf der Prolon-Kur

In der stabilen Verpackung befinden sich fünf Boxen, die jeweils die Essensrationen für den jeweiligen Tag beinhalten. Sie sind exakt so zusammengestellt, dass es keiner weiteren Nahrungsmittel bedarf. Nur Wasser sollen wir zusätzlich ausreichend zu uns nehmen. 

Die Trinkflasche hingegen ist zur Verdünnung des sogannnten L-Drinks gedacht. Er befindet sich ab Tag zwei in den Boxen und soll dem Abbau von Muskel-Masse entgegenwirken.

Im Scheinfasten-Guide ist eine Empfehlung für die Mahlzeiten angegeben. Prinzipiell sieht der Essensplan aber jeden Tag ähnlich aus:

  • Frühstück: Tee und Nussriegel
  • Mittagessen: Suppe mit Oliven und/oder Grünkohl-Kräckern
  • Snack: Nussriegel, oder Oliven oder nur Tee 
  • Abendessen: Eintopf und manchmal ein Schokoriegel

Am ersten und letzten Tag gesellt sich noch eine Kapsel mit Algenöl dazu. An manchen Tagen gibt es eine weitere Kapsel mit Nahrungsergänzungsmitteln zu den Mahlzeiten. Laut Scheinfasten-Guide ist es wichtig, dass wir jeden Tag sämtliche vorgesehenen Lebensmittel innerhalb desselben Tages zu uns nehmen. Die Speisen des Tages lassen sich aber variieren, jedoch sollten die Gerichte der einzelnen Tage nicht untereinander ausgetauscht werden. Das ist eine Info, die während unseres Scheinfastens noch wichtig werden wird.

Erfahrungen mit dem Prolon-Scheinfasten

Meine Tochter liest sich den Wochenplan durch und meint: “Klingt leckerer als das Essen in der Schule. Ich dachte, das Essen würde richtig eklig sein.” Das ist es in der Tat nicht, wie der erste Tag zeigt.

Tag 1: Wo gibt es die Nussriegel zu kaufen?

Wow, es gibt Frühstück. Ich bin Intervallfasten gewohnt und bräuchte das nicht. Aber ich füge mich der Anleitung. Erstmal Tee aufbrühen. Als Kaffeetrinker ist das für mich ein seltenes Getränk. Vor zwei Tagen habe ich mit dem Kaffeegenuss aufgehört und heftigen Entzug in Form von Kopfschmerzen verspürt. Aber das kenne ich schon vom regulären Fasten und ich rate jedem, schon vorher auf Kaffee zu verzichten. Der Tee schmeckt sehr lecker. Erfrischender Minztee. Angenehm mild.

Die heutige Algenölkapsel schmeckt ein bisschen süßlich und ist leicht zu schlucken. Der Nussriegel verbreitet einen appetitlichen Duft nach Trockenfrüchten und Nüssen. Ein bisschen schmeckt er nach Kokos und er ist erstaunlich süß. Meine Tochter lasse ich probieren: “Mhhm. Gibt es den irgendwo so zu kaufen?” Er schmeckt.

Zum Mittagessen gibt es eine Tomatensuppe. Das Pulver muss lediglich zwei Minuten in etwas Wasser eingerührt kochen. Dazu sind ein paar Oliven vorgesehen und Grünkohlcracker

Ein Mittagessen beim Prolon-Scheinfasten mit Suppe, Oliven und Grünkohl-Crackern

Die Cracker sind knackig, etwas staubig und schmecken nach Kreuzkümmel sowie Oregano und haben einen leichten Knoblauchhauch im Abgang. Begeistert sind wir von den Oliven, die einfach nur sehr lecker sind und im Gegensatz zu vielen anderen auf dem Markt auf Säurungsmittel zur Konservierung verzichten. Und die Tomatensuppe? Die schmeckt eben nach Tütentomatensuppe. Unser Fazit bisher: lässt sich essen – wir werden satt.

Leider fehlten meine Nahrungsergänzungsmittel-Kapseln am ersten Tag. Prolon reagiert sofort und rät mir, jene vom fünften Tag zu nehmen, sie würden mir welche zuschicken. Schön gelöst.

Als Snack ist am Nachmittag Tee und ein Nussriegel vorgesehen. Tina isst ihn, ich hebe die Leckerei bis zum Abendessen auf. Guter Schachzug, für den sie mich am Abend hassen wird. Denn nach dem Abendessen verspürt sie noch etwas Hunger.

Das Abendessen besteht aus einem Gemüseeintopf, der okay riecht. Sämig ist er. Es schmeckt kaum was vor – bis auf eine leicht „erbsige“ Note. Lecker ist dieses Tütengericht nicht. Tina bekommt eine Bohnensuppe als Mahlzeit: “Die Bohnensuppe ist viel dünnflüssiger, als gedacht, aber tatsächlich ganz lecker.“ Wie bei allen Prolon-Eintöpfen muss der Tüteninhalt ganze 15 Minuten geköchelt werden, bei den Suppen sind es dagegen kurze zwei Minuten.

Wir beide finden den Schokoriegel als Dessert äußerst köstlich! Müde geht es zu Bett und ich schlafe ausgezeichnet.

Tag 2: Die Fettverbrennung startet und das Essen mundet

Am Morgen fühle ich sofort die Umstellung von Kohlenhydrat-Stoffwechsel auf Fettverbrennung. Das sind die gleichen Symptome, wie ich sie vom Buchinger-Fasten kenne: ich bin achtsamer und der Kopf ist klarer, als wäre ein Schleier entfernt worden. Es stellen sich ganz leichte Kopf- und Rückenschmerzen ein – das sind normale Erscheinungen in diesem Fastenstadium. Seltsame Kombination: Ich bin super konzentriert beim Arbeiten, aber fühle mich etwas ausgelaugt. Die Lösung: Ausgiebige Spaziergänge helfen, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Das Frühstück lasse ich ausfallen. Damit fängt das strategische Essen an – der leckere Nussriegel ist als Nachtisch zum Mittagessen reserviert. Große Vorfreude. Der Magen grummelt etwas. Das ist aber völlig in Ordnung und weit entfernt von einem Hungergefühl.

Tina geht es gut. Sie verspürt nur schwache Reaktionen ihres Körper: “Ich merke es schon. Bin ein bissl zittrig und müde. Aber nur leicht.” Den Riegel hat sie gegen halb zehn gegessen. “Ich hatte echt Hunger”. 

Heute begleitet uns das erste Mal der L-Drink durch den Tag. Teile des entsprechenden Fläschchens von Tag zwei füllen wir mit Wasser auf und trinken immer mal wieder einen Schluck aus der mitgelieferten Trinkflasche. Tina meint: “Den Drink finde ich ganz ok. Wie Wasser mit ganz wenig Zucker und Zitrone.” Ich finde, dass er etwas von einem isotonischen Durstlöscher hat, den ich selten mag.

Pulver einer Tütensuppe muss nur mit Wasser zwei Minuten kochen

Zum Mittagessen gibt es bei mir Pilzsuppe, die lecker nach Pilzen riecht. Sie schmeckt würzig und ist ein bisschen bitter im Abgang. Tina genießt heute eine Weiße-Bohnen-Spinat-Suppe, die auch nach den Zutaten schmeckt und ihr mundet. “Ich könnte noch ein Suppe essen und ich bin neidisch, dass du noch einen Riegel hast.” Inklusive Riegel bin ich hingegen richtig gesättigt. Ein schönes Gefühl.

Das Abendessen hält einen Eintopf bereit: Minestrone mit Quinoa, in der ziemlich viel Gemüse drin ist. Ich hab auch noch die Oliven über, die eigentlich als Snack gedacht waren. Das Highlight ist der Schokoriegel mit einem heißen Tee zum Abschluss des Mahls. Danach fühle ich mich wohlig warm und angenehm müde.

Tinas Eintopf ist ein bisschen anders als an Tag eins: “Mit so weißen, harten Krümeln drin. Müsste ich nachschauen, wie der heißt, aber ich liege schon im Bett. Schnell den Tag hinter mich bringen. Denn ab halb sechs hatte ich Kopfweh. Nach dem Essen wurde es etwas besser, aber leicht merke ich es noch.” Interessant, offensichtlich stellt sich bei Tina am Abend der Stoffwechsel um. Mal schauen, was der dritte Tag bringt.

Tag 3: Es schmeckt besser als gestern

Weiterhin schlapp kommt Tina aus dem Bett. “Ich habe leicht Kopfweh, bin etwas gereizt… aber es geht mir insgesamt besser als gestern. Ich werde die Woche nicht laufen. Glaub, das schaffe ich nicht.”

Bis jetzt habe ich auch auf Sport verzichtet, weil ich mit meinem Körper beschäftigt war. Heute starte ich wieder mit der Morgenroutine. Prompt merke ich, wie sich mein Kreislauf gerade verhält: Den Muskeln steht die Energie nur über die Fettverbrennung zur Verfügung. Dementsprechend beschwerlich sind die Übungen und manche muss ich weglassen. Dennoch: Bewegung führt zur deutlichen Verbesserung meines Zustands. Nach dem Sport fühle ich mich wie neugeboren.

Mittlerweile lassen wir beide das Frühstück ausfallen. Im Gegensatz zu den Tagen davor ist die Kalorienzufuhr heute nochmals reduziert. Das bedeutet für das Mittagessen eine Tomatensuppe mit Crackern – keine Oliven – und viel Tee. Der Riegel vom Morgen wird der Joker für das Mittag- beziehungsweise das Abendessen.

Sowohl die Tomatensuppe als auch die Cracker schmecken uns beim gemeinsamen Mittagessen per Videocall viel besser als am ersten Tag. Gleiches Phänomen stellt sich am Abend ein. Tina: “Ich finde meine Minestrone heute am leckersten von allen bisher.” 

Butternutsuppe aus der Prolon-Box | Foto: Martina Gadiot

Doch ein Wermutstropfen bleibt – Tinas Gefühlszustand: “Meine schlechte Laune hat heute ihren Höhepunkt erreicht.” Interessant – ich fühle mich hingegen ausgeglichen und wie ein Fels in der Brandung. Was uns beide eint ist der Aktionismus: Wir beide waschen Wäsche, räumen auf und organisieren, um uns abzulenken und weil wir gefühlt mehr Zeit haben. Spannend.

Tag 4: Jetzt geht es langsam und wir träumen viel

Mir geht es heute am Morgen richtig gut. Langsam gewöhnt sich mein Körper an die wenigen Kalorien. Tina: „Ich hatte heute früh brutal Kreislauf. Jetzt geht es langsam.“ Langsam verflüchtigt sich auch das Gewicht: „Die Waage sagt, zwei Kilo sind runter. Aber das ist bestimmt nur Wasser. Ich muss nachts dauernd auf die Toilette.“

Vieles davon ist sicherlich Wasser. So richtig werden wir den wahren Gewichtsverlust erst nach dem Fastenende nach ein paar Tagen merken. 

Ein anderer positiver Effekt des Scheinfastens ist das Träumen: „Ich träume krass viel und extrem realistisch.“ Ähnlich geht es mir. Ich kann mich auch besser an meine Träume erinnern. Es macht richtig Spaß, ins Bett zu gehen und in den Schlaf hinüber zu gleiten.

Typische Tagesration beim Scheinfasten nach Prolon | Foto: Martina Gadiot

Die Gemüse- beziehungsweise die Tomatensuppe schmecken ausgezeichnet und nun auch weniger nach Tütensuppe. Wir gewöhnen uns an die Ernährung und schauen erwartungsvoll auf den letzten Fastentag.  

Tag 5: Mein Körper hat es akzeptiert

Heute geht es mir gut. Mein Körper hat es akzeptiert. Ok, dann essen wir jetzt halt nix mehr, wenn du das so willst“, so das Zwiegespräch zwischen Körper und Geist bei Tina. Sie ist aber dennoch froh, wenn die fünf Tage um sind. 

Mir geht es auch gut. Heute ist der Tag, an dem das Fasten viel länger dauern könnte. Viele Fastenerfahrene berichten, dass du die erste Woche mit deinem Körper beschäftigt bist und in der darauffolgenden mit deinem Geist. So lange können wir nicht warten, zumal der Weiße Bohnen-Spinat-Eintopf heute bei Tina eher nach Gras schmeckt.

Grünkohlcracker sind eine würzige Abwechslung bei der Prolon-Kur | Foto: Martina Gadiot

„Ich freue mich, wenn ich morgen Brei essen kann. ;)“ Wir schlafen wieder traumreich und erwachen gut gelaunt. Der sechste Tag heißt beim echten Buchinger-Fasten „Aufbautag“. Auch Prolon empfiehlt mit flüssigen oder pürierten Speisen zu beginnen und leichte Gerichte zu bevorzugen. Wir halten uns daran, genießen die Köstlichkeit einfacher Speisen und geloben, uns künftig viel gesünder zu ernähren. Na, mal sehen.

Ein paar Tage später zeigt die Waage jeweils zwei Kilogramm Gewichtsverlust an – und das innerhalb einer knappen Woche. Das ist ein sehr angenehmer Nebeneffekt.

Wissenschaftlicher Hintergrund des Prolon-Fastens

Das Produkt Prolon basiert auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen von Dr. Valter Longo. Der Professor für Gerontologie und Biologie ist Leiter des „Longevity Institute“ an der Universität von Südkalifornien. Er interessiert sich schon seit über zehn Jahren dafür, wie sich das Leben durch Ernährung verlängern lässt. 

Blue Zones: Hier leben die Menschen am längsten

Forschungsbesuche in den sogenannten „Blue Zones“, Gegenden auf der Welt, in denen die ältesten Menschen leben sowie seine bahnbrechenden Forschungsergebnisse sind in Prolon eingeflossen. Interessanterweise ist Longo in einer der Blue Zones aufgewachsen – der italienischen Kleinstadt Molochio. Eines der beliebten Essen dort ist pasta e vaianeia. Das ist eine Hand voll Pasta mit vielen grünen Bohnen, anderem Gemüse und ordentlich Olivenöl. Dieses Gericht enthält wenig Proteine, moderat Kohlenhydrate und gutes Öl mit ungesättigten Fettsäuren.

Darüber hinaus essen Menschen in Blue Zones meist moderat ohne ein lähmendes Sattheitsgefühl zu verspüren. Kurzum: sie nehmen wenig Kalorien zu sich und ernähren sich so, wie es unser steinzeitlicher Körper offensichtlich benötigt – mit wenig Proteinen. Das scheint für Menschen unter 70 gesund zu sein. Denn Wachstumshormone, darunter TOR und IGF-1 werden von Proteinen gesteuert, die dadurch den Alterungsprozess beschleunigen können.

Hungern macht widerstandsfähig

Zu Longos Experimenten zählt ein Versuch mit Mäusen. Eine Gruppe der Kleinnager hungerte ein paar Tage, die andere bekam Nahrung. Beide erhielten eine hohe Konzentration eines Präparats, das auch bei einer Chemotherapie beim Menschen zum Einsatz kommt. Das Ergebnis konnte nicht eindeutiger sein: Die normalessende Gruppe starb, die andere war quicklebendig. Einer der Beweise für ein Regenerations- und Schutzprogramm im Körper von Säugetieren, das während Hungerphasen kaputte und fehlerhafte Proteine aufräumt und die gesunden Zellen gegen Angriffe von außen schützt.

Der Aufräumprozess beim Menschen und bei anderen Säugetieren heißt Autophagie und steht in direktem Zusammenhang mit der Stoffwechsel-Umstellung. Beim reinen Fasten, aber auch beim Scheinfasten, entleert sich innerhalb eines Tages der Glykogenspeicher. Sobald kein Zucker mehr zur Verfügung steht, stellt der Körper aus dem Körperfett sogenannte Ketonkörper her und stellt auf Schutz und Aufräumen um – vereinfacht dargestellt.

Komplettes Mittagessen beim Prolon-Fasten | Foto: Martina Gadiot

Nun sind diese Erkenntnisse zwar atemberaubend, aber auch schwierig in die Praxis umzusetzen. In der Anti-Krebsbehandlung ist es beispielsweise Usus während einer Chemotherapie Patienten normalkalorisches Essen zu empfehlen. Welcher Arzt ginge das Risiko ein, gegen die medizinische Allgemeinauffassung, stattdessen eine Fastenphase vorzuschlagen. Aber auch für Menschen, die zwar Interesse am Fasten haben, aber sich nicht vorstellen können gar nichts zu essen, ist eine Alternative naheliegend.

Prolon ist angewandte Forschung

Daher hat Longo mit seinem Team die auf Englisch als „fasting mimicking diet“ genannte Scheinfastenkur entwickelt. Er formuliert den Grund dafür so: „Fasten, das nur Wasser erlaubt, ist für Menschen schwierig umzusetzen.“  Im Ergebnis hat er auf Basis jahrelanger Forschung an Tiermodellen herausgefunden, wieviel sich quasi zum Nichtessen hinzufügen lässt, bevor der Fasteneffekt verschwindet. Herausgekommen ist ein Programm, dass wenig Proteine, wenige Kohlenhydrate und relativ viel Fett enthält und an Mäusen und später mit Menschen getestet wurde. In der Mausstudie ließ sich zeigen, dass die Tiere beim Fasten – zweimal pro Monat und für vier Tage – länger lebten, als gewöhnlich und sie halb so oft wie ihre Artgenossen an Krebs erkrankten. Wenn sie Krebs bekamen dann auch erst später in ihrem Leben. Weiterhin verbesserte sich ihre kognitive Leistung während des Scheinfastens und es reduzierten sich die Entzündungen im Körper. Außerdem verloren die Mäuse Bauchfett.

Die Ergebnisse bei Mäusen sind zwar nicht komplett auf den Menschen zu übertragen, dennoch sind die Erkenntnisse vielversprechend.

Potenzial des Scheinfastens

Die Firma, die die Prolon-Boxen produziert, heißt L-Nutra mit Sitz in Italien. Valter Longo hat seine Anteile daran an die Non-Profit-Organisation Create Cures übertragen, die die erwirtschafteten Gelder wiederum in die Fastenforschung investiert. Dennoch oder gerade deshalb ist das Unternehmen auf Gewinn ausgelegt. Daran ist nichts ehrenrühriges, wenn wir es mit der Pharmaindustrie vergleichen. Dort wird für viel Geld an Medikamenten geforscht, die im Idealfall auf den Markt kommen und dann gegen Bezahlung gegen Krankheiten möglichst effizient helfen.

Die Firma L-Nutra hat aktuell das erste Produkt Prolon im Vertrieb, das für gesunde Menschen konzipiert ist und eine Zulassung der FDA, der zuständigen US-Behörde – besitzt. In der der klinischen Erprobungsphase ist ChemoLieve – einer Diäternährung, die bei Krebs-Symptomen und deren Behandlung helfen kann. Weitere Produkte in der Pipeline sollen unterstützen bei:

  • Autoimmun-Erkrankungen
  • Alzheimer
  • Diabetes

In der Summe hätten diese Scheinfasten-Diäten ein großes Potenzial, gegen die gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit zu wirken – präventiv aber auch begleitend zu medizinischen Interventionen. Für die therapeutische Anwendung sind jedoch noch weitere Studien notwendig, um darauf aufbauend das Zulassungsverfahren zu starten.   

Fazit des Prolon-Scheinfastens – Testergebnis und Erfahrungen  

Die Prolon-Box ist gut verpackt und die Ernährung einfach in den Alltag zu integrieren. Sie kostet 179 Euro für fünf Tage Scheinfasten. Geschmacklich sind die Tüteneintöpfe und -suppen zwar kein Hochgenuss aber für Fertiggerichte völlig in Ordnung. Die Nuss- und Schokoriegel schmecken hervorragend und wir haben uns sehr darüber gefreut. Sie waren das Highlight und haben uns das Scheinfasten angenehm gemacht.

Riegel von Prolon mit Tee – so lecker | Foto: Martina Gadiot

Vorteile des ProLon-Scheinfastens: Die Kur ist wissenschaftlich fundiert und lässt sich zu Hause alleine durchführen. Im Gegensatz zum Fasten nach Buchinger zum Beispiel bedarf es keines Abführens am Anfang und keiner Einläufe, was für viele Erstfastende die Hürde verringert. 

Es treten ähnliche Effekte wie beim Wasserfasten oder anderen Fastenkuren auf, darunter eine erhöhte Produktivität und Klarheit. Aber auch die Fettverbrennung setzt ein und die Autophagie führt zu einem Aufräumen im Körper. Weiterhin sind lebensverlängernde Effekte sehr wahrscheinlich: die Reduktion von Wachstumshormonen und damit eine Prävention gegen Krebs beispielsweise. Darüber hinaus purzeln die Pfunde: ein bis zwei Kilo innerhalb von fünf Tagen sind realistisch.

Kritik am ProLon-Scheinfastens: Letztlich sind die Effekte des Scheinfastens sehr ähnlich wie beim regulären Fasten, seien es die möglichen Nebenwirkungen wie leichte Kopf- und/oder Rückenschmerzen, temporäre Kreislaufschwäche und leichter Hunger. Für mich unstrittig sind die positiven Effekte des Fastens allgemein, so dass ich hier eher einen Vergleich zum Buchinger-Fasten ziehen möchte. Prolon bietet kein gemeinsames Fasten mit anderen. Mehr Spaß und Unterstützung bietet da eine Gruppe – beispielsweise beim Fastenwandern. Allerdings lässt sich Prolon auch mit Freunden gemeinsam an unterschiedlichen Orten durchführen, da die Boxen identisch sind. Fertignahrung könnte allerdings für all jene gewöhnungsbedürftig sein, die eher frisch Gekochtes bevorzugen. 

Für wen sich Prolon-Fasten eignet?

  • Erstfastende, die auf Abführen und Einläufe verzichten wollen
  • Alle, die Mahlzeiten zu sich nehmen möchten und dennoch einen Fasteneffekt erzielen wollen
  • Berufstätige, die ihrem Körper etwas Gutes tun möchten und wenig Gedanken an das Wie verschwenden wollen

Prolon-Scheinfastenbox kaufen – 10 % Rabatt per Gutscheincode

Die Scheinfasten-Box ist über die Prolon-Website online für den Preis von 179 Euro zu beziehen. Wer mag bekommt das Buch von Dr. Valter Longo “Iss dich jung” kostenlos dazu – eine lesenswerte Lektüre, die motiviert, das eigene Essverhalten zu überdenken.

Du bekommst als Leser:in von zukunftsessen 10 % Rabatt auf den Verkaufspreis: dazu einfach den Gutscheincode „zukunftsessen“ im Warenkorb eingeben.

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3 Antworten

  1. Sau cool, ich fange morgen mit den 5 Tagen vor Ostern mit dem Prolon an und entdecke heute Abend noch diesen herrlichen Blog.

    Bin schon vor einiger Zeit auf Prolon gestoßen, komme aber jetzt erstmalig zur Anwendung.

    Insgesamt gehe ich an die Sache recht entspannt ran – man kann sich auch mal eine Woche zusammenreißen – immerhin gibts hier noch das eine oder andere auf die Gabel 😀

    Ich bin Kaffeetrinker aus Leidenschaft (Lecker heißer schwazzer Kaffee) und konsumiere auch täglich bestimmt mehr davon als empfohlen ist, vertrage aber einen Koffeinentzug erstaunlicherweise recht gut.

    Ich konnte mich bislang nicht an das richtige 0 kcal fasten ran wagen und sah einige Aspekte kritisch.

    Alle Argumente und das feine Ausloten der Kost innerhalb des Prolon Projektes machen mich neugierig, die Neugier ist dem Geiz gegenüber die 180 Taler in meinem Fall wert, habe schon viel Geld für größeren Blödsinn verschwendet :-p

    Ich werde gerne berichten, wie es mir in der Zeit gegangen ist – als sachliche Kritik und vielleicht zur Bestätigung der Erlebnisse des Autors.

    Vielen Dank für den Erfahrungbericht, ich hoffe, es geht mir genau so locker runter wie bei Ihnen.

    Viele Grüße, take care !

    Den Aspekt des „mehr Träumens“ finde ich spannend

  2. Ich versuche seit Tagen, die Box über die prolon-website zu bestellen, scheitere aber immer an der Kasse, weil die Secure-Authentifizierung nicht klappt und sich ein Filter über den Bildschirm legt, der nicht zu schließen ist – über unterschiedliche Browser und unterschiedliche Endgeräte getestet. Leider ist auch über die angegebene Service-email-Adresse niemand zu erreichen. Sehr schade!

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