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Konsumieren für das Klima

Ressourcen schonen und aktiv Klimaschutz betreiben – das muss nicht mit Verzicht einhergehen und auch nicht mit weniger Spaß am Leben. Wie kann Klimaschutz durch Veränderung des Konsums und des Verhaltens funktionieren?

Noch vor ungefähr 20 Jahren waren sich Experten und Ökoaktivisten darüber unklar, um welche Quote sich die Müllberge abbauen ließen. Es ging also hauptsächlich um die Frage inwiefern Menschen bereit seien Müll zu trennen. 10 Prozent oder gar 25 Prozent oder noch viel mehr? Zwei Seiten treffen bei solchen Diskussionen meist hart aufeinander, die Lobbyisten von Konzernen und Ökoaktivisten. Heute geht es um zentrale (Atom)-Kraftwerke gegenüber den Chancen eines Netzwerks mit dezentraler Einspeisung für regenerative Energiequellen. Damals prognostizierte die Lobby der Betreiber von Müllverbrennungsanlagen wenig Trennfreude. Der Mensch sei von Natur aus träge. Wir sehen heute, dass die Deutschen die Mülltrennung mit einer Recyclingquote von oft 50 Prozent verinnerlicht haben.

Sind wir also auch fähig ein weiteres großes Problem zu bewältigen und Treibhausgase – allen voran das Kohlendioxyd – durch leicht veränderten Konsum zu reduzieren?

Momentan informiert die Ausstellung “Klima schützen kann jeder” in Roggenburg über das individuelle Wie beim Umweltschutz. So gibt es dort auch viele Veranstaltungen, die Impuls für Konsumveränderungen sein können. Dazu gehören spezielle Schulklassenprogramme oder der Kochkurs “Klimaschutz in der Küche” bei dem unter anderem die Verwendung von saisonalen, regionalen und biologisch erzeugten Lebensmitteln im Mittelpunkt steht.

Die Austellung zeigt auch, was das Ziel für jeden Bundesbürger sein sollte. Momentan stößt jeder Mensch in Deutschland 11 Tonnen CO2 aus. Um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen, müsste der Ausstoß allerdings 2,5 Tonnen im Jahr betragen. Übrigens liegt der Weltdurchschnitt bei 4 Tonnen. Ein hochgestecktes Ziel, das nur einzuhalten ist, wenn an verschiedenen Punkten Veränderung eintritt. So zum Beispiel schon beim Kauf von Lebensmitteln. Wenn nicht nur gilt je frischer, desto gesünder, sondern auch je näher, desto besser, rentiert sich das für unser Klima. Die Lebensmittel müssen dann nicht mehr über weite Strecken und mit hohem Resourcenbedarf wie Benzin und der Instandhaltung von Autobahnen transportiert werden.

Auch saisonal essen hilft der Umwelt. Na klar sind Orangen und Spargeln aus dem Süden im Winter schön, aber warum nicht auf den Spuren unserer Vorfahren wandeln. Eingelagerte Äpfel, Kartoffeln, Rosenkohl und Lauch tun es doch oft auch. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Wer sich darauf einlassen will, kann sich eine der vielen Öko-Kisten-Anbieter näher anschauen. Einmal die Woche kommt dann eine Kiste mit Gemüse und Obst aus der Region ins Haus. Zugegeben nur Wurzelgemüse verkochen ist auf Dauer eine echte Herausforderung. Es macht aber auch unglaublichen Spaß Gerichte zuzubereiten, die aus frischen regionalen Zutaten bestehen und schmecken. Kochen wie bei den Urgroßeltern, kochen für die Zukunft!

  • Super Blogthema, gefällt mir gut. Ich mache mir da auch so meine Gedanken, gerade wo die wertvollen Gourmet -Resourcen immer knapper und teurer werden.

    Gruß Dirk (gourmet-blog.de)

  • Hoch aktuell! Ein tieferer Blick hinter den Kulissen ist bestimmt auch nicht minder interessant.
    Beispiel: Rumänien ist z.B. als erstes Land der Welt ab Januar 2010 mit dem Experiment “Codex Alimentarius” (http://www.zentrum-der-gesundheit.de/codex-alimentarius-ia.html) und das Einführen der umstrittenen Substanz “Initium” in die Lebensmittel verdonnert worden (damit lobt sich BASF in der Pressemitteilung http://www.pressreleasepoint.com/first-approval-worldwide-fungicides-initium%C2%AE-wine-and-vegetables)

    Das würde auch die Frage der “Nager als Nahrungsmittel” beantworten… noch so ein brillianter Fall wie die Biodisel-Gewinnung! Hauptsache wir bleiben alle schön artig und nichts gerät ausser Kontrolle! Wie traurig doch unsere Selbstbestimmung geworden ist!